Welche Massnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention versprechen besonders gute Wirkungen? Und wie lässt sich ihr Wirkungspotenzial fundiert und nachvollziehbar beurteilen?
Diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten. Massnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention wirken häufig in komplexen sozialen Systemen, ihre Wirkungen hängen von unterschiedlichen Rahmenbedingungen ab und wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise sind nicht immer verfügbar. Herkömmliche Ansätze zur Evidenz- und Wirksamkeitsbeurteilung werden diesen Besonderheiten nur teilweise gerecht.
Im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz durfte ich unter Mitwirkung einer breit abgestützten Begleitgruppe im Rahmen der Weiterentwicklung der Orientierungsliste 2027 für die kantonalen Aktionsprogramme eine differenzierte Systematik zur Beurteilung des Wirkungspotenzials erarbeitet.
Die neue Systematik berücksichtigt unterschiedliche Grundlagen für die Einschätzung des Wirkungspotenzials und ermöglicht eine differenzierte, transparente und nachvollziehbare Beurteilung. Sie soll nicht nur die Auswahl geeigneter Massnahmen unterstützen, sondern auch Hinweise auf deren Stärken und Entwicklungspotenziale liefern.
Ein nun veröffentlichtes Arbeitspapier erläutert die fachlichen Grundlagen, stellt Bezüge zu bestehenden Beurteilungsmodellen her und beschreibt die entwickelte Systematik. Es richtet sich an Fachpersonen, die Massnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention entwickeln, beurteilen oder weiterentwickeln.
Die Systematik wurde in einem Pilotprozess erprobt und findet nun im Rahmen der Aktualisierung der Orientierungsliste KAP (2027) seine erste Anwendung. Die Systematik wird auf Basis der Erfahrungen kontinuierlich weiterentwickelt.